00:00:02: Mit dreizehn Jahren hat Anche in Sachsen das erste Mal ein Krankenhaus von innen gesehen und sie hätte nie gedacht, dass Sie mit sechzig Jahren immer noch voller Freude ins Krankenhaus geht.
00:00:13: Herzlich willkommen, Anche!
00:00:15: Erzähl mal was war denn der Grund für deinen ersten Krankenhausaufenthalt?
00:00:19: Herzlich Willkommen, Anne-Christine und ich freue mich ganz sehr über deine Einladung heute.
00:00:27: Der Grund dafür war, ich bin jedes Jahr zu meiner Tante in den Ferien zu ihr gefahren und an diesem Sommertag konnte ich leider nicht hinfahren.
00:00:39: Da musste ich sie im Krankenhaus besuchen.
00:00:41: Sie hatte sich verletzt.
00:00:43: Und das war der Grund, warum mich das erste Mal bei ihr im Krankenhause war oder wo ich das erste mal im Krankenhuis gewesen bin.
00:00:54: Ja, danke für die schöne Geschichte.
00:00:57: Und was hat das mit dir gemacht?
00:01:00: Mit Dreizen denkt man ja vielleicht noch nicht viel überleben und Tod nach.
00:01:06: oder was hat dieser kurze Besuch mit dir gemacht?
00:01:14: Als ich in das Krankenhaus gekommen bin und dann auch diese Schwestern gesehen habe, die Ärzte mit ihrem weißen Titel, denn das war schon für mich sehr ... Ja, also total neu.
00:01:25: Und ich war auch aufgeregt und als ich meine Tante dann in ihrem Bett liegen sah... ...und sie war nicht allein im Zimmer es waren noch mehrere mit im Zimmer bei ihr.
00:01:37: Da gab's eine Patientin die hat immer wieder geklingelt und geklingelte und die Schwestern sind dann jedes mal wieder reingekommen und haben ganz in Ruhe und haben Verständnis gezeigt und haben auch immer wieder dem Patienten gut zugesprochen, also mit so einer Fürsorge und so einer... Ja es war für mich damals als dreizehnjähriges Mädchen so liebevoll dieser Umgang.
00:02:05: Und das hat mich sehr berührt damals.
00:02:09: Ich konnte es nicht in Worte fassen aber ich habe irgendwo gespürt dass ist einfach schön das zu sehen.
00:02:18: Spannend!
00:02:19: mit Reizen den Fokus so darauf hattest?
00:02:23: Ja, ja.
00:02:24: Das ist ja wirklich Wahnsinn!
00:02:26: Sonst hört man immer dass die Menschen dann traurig sind wegen der Tante, das sie da liegt und sich Sorgen macht.
00:02:35: Aber es ist ja schön zu hören, dass du wirklich da das Schöne gesehen hast an den Krankenschwestern.
00:02:42: Und ich vermute mal, dass Du dann selber wohl den Wunsch hattet auch Krankenschwester zu werden
00:02:48: oder?!
00:02:49: Ja, das war... Ich habe meine Tante nicht nur einmal besucht.
00:02:52: Ich bin dann immer wieder ins Krankenhaus.
00:02:54: Sie lachen eine ganze Weile im Krankenhaus und ich hab dann jedes Mal zu meiner Tante gesagt, erzählen wir mal ein bisschen mehr von den Schwestern?
00:03:02: Und sie hat mir dann erzählt wie liebevoll die sind und wie nett und dass sie immer ein offenes Ohr haben und es hat mich so begeistert!
00:03:11: Und ich glaube damals ist schon dieser Wunsch entstanden vielleicht noch nicht das soll ich sagen, in dem Moment nicht wirklich sondern es hat sich innerlich so gefestigt bei mir dass ich einfach in diese Richtung gehen wollte.
00:03:28: und heute bin ich tatsächlich Krankenschwester immer noch.
00:03:33: Und ja... Ich bin in diese richtung gegangen.
00:03:39: letztendlich
00:03:41: Ganz toll, auch wirklich danke für diese schöne Geschichte.
00:03:45: Und ich vermute mit Reizen hast du dich einfach wirklich interessiert oder?
00:03:49: Du hast interessiert gefragt was die machen.
00:03:52: genau da wirklich
00:03:53: interessierte haben war so eine kranken Schwester macht den ganzen Tag?
00:03:57: ne
00:03:58: Genau Und ich weiß noch, meine Tante hat dann gesagt ja und die Schwestern müssen dann immer Berichte schreiben.
00:04:05: Da hab' ich dann so gedacht, Berichte schreiben das hört es sich für mich so groß an, so kompliziert und da denke ich manchmal noch darüber nach wenn ich heute am Computer sitze und meine Behandlungstinge eintrage oder die Berichteschreibe und lächel dann meistens Wenn ich diesen Gedanken habe darüber und denke so lang ist das schon her.
00:04:27: Wahnsinn, als ob du eine Examsarbeit schreiben müsstest hast du dir das vorgestellt was man da alles lernen muss und wissen muss oder auch die Verantwortung den Menschen geben.
00:04:42: Ich bin mir sicher viele würden sich wünschen dass die Angestellten so liebevoll auch sprechen wie du ja über deinen Beruf und dein, dass du immer noch gerne dahin gehst oder das Angehörige so tolle Krankenschwestern haben für ihre Patienten.
00:05:00: Für ihre Familienangehörigen wie Du es bist.
00:05:05: Wie gibt es eine bestimmte Geheimtipp?
00:05:09: Oder irgendwas was du machst oder was bei dir in deinem Team ist?
00:05:14: hast du da irgendetwas was du vielleicht als Tipp auch für andere mitgeben könntest, für Angehörige oder für andere Krankenschwestern?
00:05:24: Ja also ich merke dann immer es ist oftmals so wenn die Angehöhrigen ins Krankenhaus kommen.
00:05:31: Oder auch in den Pflegeeinrichtungen.
00:05:32: Es ist ja letztendlich...es ist ja immer der Angehöhre, der dann seine liebsten Besuch sein Mann, seine Frau, dem Opa, die Oma.
00:05:44: und Ich merke dann auch oftmals so diese Hilflosigkeit oder auch teilweise diese Überforderung, die dann eine Rolle spielt und da einfach dem Angehörigen ein Stück weit Sicherheit zu geben.
00:05:57: Oder auch mein liebes Wort zu sagen.
00:05:59: Und das habe ich gemerkt, dass tut einfach den Leuten gut.
00:06:04: also Die Angehöhrungen sind sehr dankbar dafür in dem Moment wenn sie ja auch einfach mal im Arm genommen werden.
00:06:12: Gut, das macht nicht jeder.
00:06:13: Das muss auch nicht jeder machen aber es ist so meine Ort.
00:06:16: So dieses Entgegenkommen zu zeigen oder auch dieses sich sicher fühlen und aufgehoben zu fühlen.
00:06:24: Und nicht alleine.
00:06:25: Ja also ein bisschen Menschlichkeit wirklich.
00:06:30: Genau.
00:06:31: Vermitteln, zeigen, einen Arm nehmen.
00:06:34: Nicht nur reden die Diagnose sagen sondern demjenigen jetzt mal Sicherheit geben, Halt geben.
00:06:42: Dass man sich wohlfühlt.
00:06:44: Das ist ja wirklich ...
00:06:45: Ja.
00:06:46: Überall
00:06:47: möglich!
00:06:47: Also das machen viele gar nicht können.
00:06:52: Und heutzutage ist es ja wirklich so.
00:06:54: Es ist immer schneller, immer weniger Zeit für den Patienten und gleich recht für den Angehörigen.
00:07:01: Und das sollte sich wirklich ändern.
00:07:06: also wenn man das so sieht Es ist oftmals so, dass die Angehörigen auch so allein gelassen sind in vielen Sachen.
00:07:16: Sie bekommen zwar viele Informationen gerade wenn ich jetzt an die Anhörigen denke, die zu Hause ihre liebsten pflegen ob das Vater Mutter ist oder Onkel Tante oder auch Ehemann oder Ehefrau sie bekommen so so viele Informationen von den Pflegekassen oder wo auch immer.
00:07:38: Aber dieses menschliche, dieses wirklich ... das was man braucht in dem Moment, dass das fehlt einfach.
00:07:47: Ja und du bist ja auch selbst viel auf Social Media unterwegs, hast es auch im eigenen Podcast erzählt.
00:07:59: Was ist dir wichtig?
00:08:01: Was vermittelst du da an Werten vielleicht?
00:08:04: Oder warum machst du das noch nebenbei?
00:08:07: Also mir ist es wichtig, dass sich Angehörige einfach auch... Ja, wie soll ich sagen?
00:08:17: Ich möchte ihnen, wenn sie das möchten, gerne Hilfe anbieten.
00:08:24: Da muss ich vielleicht noch ein bisschen ausholen zu meiner Tätigkeit als Krankenschwester in den alternativen Entspannungsdingausbildungen gemacht und Ich habe da so verschiedene Entspannungsmethoden, die auch sehr gut ankommen.
00:08:42: Ich hab ja auch schon einige Angehörige, die ich begleite, die einbrauchen diese Entspanung an sich.
00:08:49: also das sind verschiedene Tools.
00:08:52: andere wünschen sich einfach nur einen Stück weit Orientierung.
00:08:55: ich komme auch nach Hause zu den Angehöhrigen wo dann vielleicht der Pflegebedürftige in Bezug wird Und da möchte ich so eine kleine Brücke bauen und in meinen Podcast beschreibe ich das eben.
00:09:08: Ich habe den jetzt erst aufgenommen, es sollen auch noch weitere Folgen kommen wo ich dann eben auch berichte was möglich ist welche Hilfe sich die Angehörigen holen können.
00:09:21: Dann möchte ich auch verschiedene andere Angebote noch einbeziehen dass wir Zumordende machen, wo Angehörige sich untereinander unterhalten können.
00:09:32: Sich austauschen können oder einfach auch nur zuhören können bei verschiedenen Themen um da wirklich ja ihnen zur Seite zu stehen weil ich denke Angehörtige werden so oft vergessen und wenn es dann jemand weiter gibt wo sie sich hinwenden können möchte ich so diese Ansprechpartnerin sein und einfach auch einen Beitrag leisten können.
00:09:58: Ja, richtig schön.
00:09:59: Und dafür hast du ja auch eine Community aufgebaut.
00:10:03: Eine eigene WhatsApp-Gruppe.
00:10:05: Erzähl mal was hat man davon wenn man in deiner WhatsApp Gruppe ist?
00:10:10: In meiner WhatsApp-Kruppe kann jeder eintreten der gerne möchte, der Informationen haben möchte wo er vielleicht etwas beantragen kann oder einfach mit mir zusammen eine Bekleidung sich... also wo er sich begleiten lassen kann oder aber auch, wo er am Zoom mit teilnehmen kann bei meinen Online-Kafés.
00:10:35: Und wir tauschen uns dort aus und dann ist so meine Vision das dort auch unterschiedliche Angehörige.
00:10:43: was weiß ich aus Baden-Württemberg aus Nordrhein-Westfalen aus Sachsen?
00:10:47: dass so eine Community zusammenkommt untereinander austauschen kann und vielleicht Freundschaften entstehen, sodass jeder Einzelne einfach in seiner Kraft wieder wächst.
00:11:01: Und in die Zukunft schauen kann und sagen kann ja ich habe ein schweres Los aber ich gebe nicht auf und ich mache weiter.
00:11:13: Ja, sehr schön.
00:11:14: Wir verlinken auch alles unter dem Video und dem Podcast.
00:11:19: Was hört man denn auch in deinem Podcast, Anche?
00:11:22: Was hast du so für Themen?
00:11:25: Was erfährt man dadurch bei dir?
00:11:28: Also ich habe verschiedene Themen.
00:11:29: Ich erzähle erst mal was ich anbiete, was ich mache, warum ich das mache.
00:11:34: Und dann bringe ich auch Beispiele von Angehörigen die ich betreue, was sich verändert hat.
00:11:42: Wie die Ausgangssituation war und natürlich auch was alles noch folgen wird.
00:11:48: Und dann spreche ich über verschiedene Krankheitsbilder oder auch über verschiedene Möglichkeiten wie wir zu Hause also wie die Angehörigen Zuhause ihre Liebsten versorgen können oder gebe Tipps.
00:12:03: Also das ist ganz ganz unterschiedlich.
00:12:06: Ja schön Das ist wirklich sehr wertvoll.
00:12:09: Da danke ich dir auch für deine Zeit, dein Engagement und den Einsatz für die Betroffenen, die Angehörigen in dieser Branche im Gesundheitswesen.
00:12:19: Es ist wirklich nicht üblich.
00:12:23: Also da machst du ja mehr als viele andere Menschen und hilfst extrem, dass die Menschen besser mit solchen Situationen umgehen können und auch ein glückliches Leben leben dürfen auch wenn man in der Familie betroffene Fälle hat, die ein Traurig machen.
00:12:39: Dafür danke ich dir von ganzem Herzen und lade euch alle ein!
00:12:44: Schaut euch in der Community bei Anche um, hört euch den Podcast folgen noch an alles was wir drunter verlinken und ich freue mich schon.
00:12:54: vielleicht hören wir bald mehr von dir liebe Anche sind gespannt wie es weitergeht und ich dank dir vom ganzen herzen für das schöne Interview.
00:13:03: Ich danke dir von ganzem Herzen an, Christi, für die Möglichkeit.
00:13:08: Und ja ich wünsche mir einfach dass es eine riesengroße Gemeinschaft wird und das jeder Angehörige einfach sagen kann, da gibt es jemand wo ich mir Orientierung und Hilfe holen kann um auch wieder in meine Kraft zu kommen.
00:13:24: Das wünsche ich mir vom ganzen Herzen!
00:13:26: Sehr, sehr schön.
00:13:27: Das wünsche ich dir auch ganz viel Spaß und Freude damit Menschen berührst, unterstützt, hilfst und Menschen wieder im Herzen erfüllst.
00:13:38: Dankeschön Anja!